Solothurner Unternehmer Preis 2001
SHK. Den vom Regierungsrat des Kantons Solothurn, dem Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband und der Solothurner Handelskammer gemeinsam ausgeschriebene und mit 20'000 Franken dotierte Solothurner Unternehmer Preis 2001 teilen sich zwei Unternehmen. In den Augen der Jury, deren Urteil anlässlich der Preisverleihung von Christine Davatz (Messen), Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes, vorgetragen wurde, liess die Beurteilung der zahlreichen eingegangenen Bewerbungen kein anderes Urteil zu.
Ryf AG Grenchen: zum ersten Mal wird ein gewerblicher Betrieb mit dem Solothurner Unternehmer Preis ausgezeichnet. 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen gegenwärtig den Erfolg des kleinen, feinen Hauses, das sich in wenigen Jahren vom Ladengeschäft zum erfolgreichen Handels- Produktions- und Serviceunternehmen gewandelt hat.
Manche Leute suchen Geräte, die die Sicht zur Weite öffnen. Manche suchen solche, mit denen sie Momente festhalten können. Und einige suchen den Einblick in kleinste Welten. Ihnen allen steht die Ryf AG in Grenchen zur Seite. Mit Rat und Tat. Und mit Produkten. Erstaunlich, wie erfolgreich ein Unternehmen aus dem volkswirtschaftlichen Mikrokosmos des Kantons Solothurn landesweit werden kann, wenn es sich spezialisiert – zum Beispiel auf den Bereich Mikroskopie!
Alles wird grösser: die Unternehmen, die Märkte, die Kennzahlen. Doch das Interesse bestimmter boomender Wirtschaftszweige – Mikromechanik, Mikroelektronik, Medizinaltechnik – gilt immer öfter dem Kleinen und Kleinsten. Das hat Firmeninhaber Hans Ryf mit geübtem Auge erkannt. Und setzte mit seinem Grenchner Geschäft voll auf diese Karte. Die Weitsicht hat sich gelohnt. Heute ist aus dem ursprünglichen Ladengeschäft ein Unternehmen mit Produktions-, Demonstrations- und Versuchsräumen geworden.
Aber die Ryf AG wäre ein reiner Handelsbetrieb im dem Gewerbe eigenen harten Konkurrenzklima geblieben, hätte man nicht rechtzeitig eine Verfeinerung und Ausweitung der Produktpalette vorgenommen. Als Beispiel für diese Beweglichkeit sei das Erkennen der Tatsache hervor gehoben, dass selbst die namhaften Mikroskop-Hersteller in ihren Angeboten keine optimalen Beleuchtungen für die zu untersuchenden Gegenstände führten. Ryf fand in den USA eine Lichtquelle, die die erforderliche Beleuchtung mit indirektem und diffusem, aber tagesähnlichem Licht ermöglicht. Und damit die Leuchten nicht flimmern, liess man – notabene im Kanton Solothurn – eine Hochfrequenz-Steuerung entwickeln, die die Regelbarkeit der Lichtmenge gewährleistet. Allein im Jahr 2000 konnten national und international rund 1000 dieser, zum Teil kundenspezifischen Leuchten verkauft werden.
Die Jury des Solothurner Unternehmer Preises zeichnet die Ryf AG als Beispiel und Vorbild dafür aus, wie es einem gewerblich strukturierten Betrieb möglich sein kann, konjunkturelle Krisen als Chancen zu nutzen. Das Spezialunternehmen für den Handel mit optischen Geräten, für deren Unterhalt und kundenspezifische Modifikation, hat der Rezession nicht tatenlos zugeschaut. Stattdessen nutzte es die Zeit, sich in Nischen zu profilieren. Heute bedient die Ryf AG Kunden aus den Bereichen Uhrenherstellung, Reinraumtechnik, Medizinaltechnik, Mikrotechnik und Kunststoffverarbeitung. Die Jury würdigt im Besonderen die Flexibilität des Betriebes, der seine Palette um technologisch hochstehende Eigenprodukte, aber auch um Angebote wie Schulung, Geräteunterhalt und Gerätemodifikation erweiterte.